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„Werke ganz eigener Dignität“
KIRCHE MARIENHAUSEN - MENSCHEN MIT BEEINTRÄCHTIGUNG GESTALTEN



„Einen Kirchenraum habe ich mir doch anders vorgestellt. Vieles ist neu, unbekannt, aber es fasziniert, was hier passiert und entsteht.“ Diese und ähnliche Worte sind derzeit häufiger zu hören, wenn Besucher die ehemalige Zisterzienserkirche Marienhausen betreten.
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Denn die Abteikirche ist seit gut einem Jahr kreative Wirkungsstätte für eine Reihe von Künstlern aus dem Atelier Goldstein. Ziel des Projektes ist, dass Künstler mit einer geistigen Beeinträchtigung den Kirchenraum gestalten. „Dies ist ein bislang einmaliges Projekt, mit dem wir das Atelier Goldstein beauftragt haben“, so Dr. Dr. Caspar Söling, der Direktor des St. Vincenzstiftes. „Dabei soll die Kirche mittelfristig eine erweiterte Funktion als geistliches und kulturelles Zentrum für Menschen mit und ohne Behinderung erhalten.“ Das Leitmotto ‚Denn so wie die Welt ist darf sie nicht sein’ stammt von Joseph Beuys und ist das Motiv für die Umgestaltung des Kirchenraums.
Installationen, Malereien, Plastiken und audiovisuelle Arbeiten sind erste Ergebnisse des auf drei Jahre angelegten Projektes, die in der Auseinandersetzung mit dem Kirchenraum entstehen. So arbeitet der 1967 geborene Künstler Andreas Skorupa seit vier Jahren im Atelier Goldstein und beschäftigt sich seither mit Darstellungen aus dem religiösen Kontext. Seine an Ikonenmalerei erinnernden Interpretationen klassischer Gemälde, die den heiligen Georg abbilden, wurden bereits in mehreren Ausstellungen gezeigt. „In der Zisterzienserkirche Marienhausen beschäftigt sich Skorupa ebenfalls mit christlichen Heiligen. Seine dort entstandenen, filigranen Zeichnungen berühren den Betrachter auf Grund ihres unverstellten, keineswegs naiven, aber sehr direkten Umgangs mit christlicher Ikonographie“, so Dr. Dr. Söling.
„Dieses Kunstprojekt ist ein außergewöhnlicher Ansatz, einen ehemaligen Kirchenraum künstlerisch auszugestalten“, befanden auch die Rotarier des Clubs Wiesbaden-Rheingau. Sie hatten die Arbeiten in der Kirche Marienhausen besichtigt und entschieden, das Projekt auch kräftig finanziell zu unterstützen.
„Wir sind überzeugt, dass dieser Ansatz beispielhaft ist und zu einem Modell für die Kirchen und ihre Pastoral in Deutschland werden kann“, so Thomas Michel, der Präsident des Rotary-Clubs Wiesbaden-Rheingau.
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Montag, 20. Dezember 2010/web770
Letzte Änderung: 30.12.10/web770
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