Julia*
druckst herum: sie kann den Ausflug zu dem Abenteuergelände im Taunus nicht
mitmachen; die Eltern hätten etwas anderes vor. Tatsächlich ist Julia es
unangenehm, als die Betreuerin die Losung ausgegeben hat: "Regenkleidung, feste
knöchelhohe Schuhe". Julia hat diese Kleidung nicht.
Viele
Familien leben ausschließlich von staatlichen Unterstützungsleistungen. Das Geld
wird oft nicht so aufgeteilt, daß die Versorgung der Kinder an erster Stelle
steht. Die finanzielle Not zeigt sich dann darin, daß Kinder aus diesen Familien
häufig ohne Regenkleidung, ohne Sportkleidung oder ohne Wintermantelin in der
Kita erscheinen. Konkret fehlen ihnen Sportschuhe, Gummistiefel, Matschhosen,
Regenjacken oder ähnliches. Die fehlende Kleidung schließt sie aus bestimmten
Aktivitäten aus. Die meisten Kinder wissen um ihre Unterversorgung, wollen sie
nicht öffentlich zeigen. So äußern sie zum Beispiel Desinteress, um sich vor der
Scham zu schützen. DieserRückzug resultiert inErfahrungsmangel sowie Nachteile
in Entwicklung und Bildung.
„
Als wir von dieser Not gehört haben, haben die Mitglieder unseres Rotary-Clubs
Wiesbaden-Rheingau schnell entschieden, Geld zu sammenln. Jetzt können wir den
Erzieherinnen der Kitas Schelmengraben und Mühltal ermöglichen, einen Vorrat an
Funktionskleidung für alle Alterstufen anzuschaffen“ sagte Thomas Volmer,
Präsident des Rotary-Clubs Wiesbaden-Rheingau, bei der Übergabe eines Schecks
von 4.000 Euro.
„Mit
einem guten Sortiment an Leihkleidung kann vielen Kindern geholfen werden, sich
mit Freude an allen Aktivitäten und Bewegungsangeboten der Kita zu beteiligen“
sagte Herrn Horst Thomann, der Leiter der Kindertagesstätte Mühltal, der den
Scheck in Empfang nahm.
*)
Name redaktionell geändert