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Trauer um Wilhelm Spitz

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Mit grosser Betroffenheit mussten wir vergangenen Dienstag vom Ableben unseres Freundes und Präsidenten Wilhelm Spitz Kenntnis nehmen. Er ist im Alter von 64 Jahren nach kurzer, schwerster Krankheit verstorben. Seiner Ehefrau Bettina und seiner Familie gilt unser Mitgefühl und ganze Anteilnahme.

Wilhelm Spitz war in unserer Gesellschaft ein herausragender Mensch. Die Attribute, die man in den Nachrufen über ihn lesen konnte, waren allesamt Superlative. Da ist von „Sympathieträger“ und „Vorzeigebild“ die Rede, als „wertvoller Ratgeber und vertrauensvoller Geschäftspartner“ war er geschätzt, er habe sich „bleibende Verdienste“ erworben, sei eine „Unternehmerpersönlichkeit“, die sich durch Kompetenz, Fürsorge und Menschlichkeit auszeichnete. Gelobt wurde sein hoher Idealismus, sein großes Pflicht- und Verantwortungsbewusstsein. 


Wilhelm Spitz war ein Mensch, der sich als fürsorglicher  Familienvater und erfolgreicher Unternehmer, zusätzlich  schier unermüdlich für soziale und berufspolitische Belange einsetzte. Mit großem Engagement fühlte er sich dem Handwerk und der Ausbildung junger Menschen verpflichtet.


Die Menge an ehrenamtlichen Tätigkeiten und Verdiensten ist fast nicht aufzuzählen.

  • seit 1991 ehrenamtlicher Richter am Landessozialgericht Darmstadt
  • seit 1992 Vorstandsmitglied  im Verband baugewerblicher  Unternehmer Hessen e.V.
  • seit 1994 Berufung in den Beirat der Wiesbadener Volksbank, (und folgend langjähriges Aufsichtsratsmitglied) 
  • seit 1996 langjähriges Präsidialmitglied der Hessischen Handwerksfachverbände
  • seit 1998 Kreishandwerksmeister
  • von 1999 bis 2009 Mitglied im Vorstand der Handwerkskammer Wiesbaden   

Er war Mitglied im Berufsbildungsausschuss des deutschen Baugewerbes,  ab 1985 im Meisterprüfungsausschuss der Handwerkskammer Wiesbaden, war stellvertretender Obermeister der Bau-Innung und vieles andere mehr.


Als Würdigung erhielt Wilhelm Spitz die Ehrenmedaille der Handwerkskammer Wiesbaden. Gekrönt wurden seine Verdienste um das Handwerk sowie im gesellschaftlichen und sozialen Bereich jedoch durch die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes im Jahre 2009. 


Zu unserem rotarischen Freund ist Wilhelm Spitz im Präsidentschaftsjahr von Peter Enderle 1998/99 geworden. 


Passend zu seinem Engagement für die Ausbildung Jugendlicher, war er im Namen des Rotary Clubs Wiesbaden sogleich Mitintiator des Projekts Lernwerkstätten an Wiesbadener Hauptschulen, wo Schüler noch während ihrer Schulzeit auf einen handwerklichen Beruf vorbereitet werden. Die anfänglichen Lernwerkstätten Holz, Metall, Bürokommunikation wurden nach und nach ausgeweitet auf Mädchen-, Mechaniker-, Koch- und Friseurwerkstatt. Parallel dazu wurde die Zahl der beteiligten Hauptschulen ausgeweitet und umfasst heute die Wolfram-von-Eschenbach-Schule, die Adalbert-Stifter-Schule, die Erich-Kästner-Schule und seit 3 Jahren auch eine Realschule, die Albrecht-Dürer-Schule. Als eine jüngste Initiative beginnt in diesen Tagen eine Lernwerkstatt für Bau- und Baunebenberufe.


Das Konzept der Lernwerkstätten war so überzeugend, dass es über unser rotarisches Netzwerk auf andere Bundesländer übertragen wurde.


Mit seinen persönlichen Beziehungen in die verschiedenen Handwerksinnungen, konnte Wilhelm Spitz vielen Schülern zu einem Ausbildungsplatz verhelfen. 


Innerhalb der Vorstandstätigkeit des Rotary Club Wiesbaden übernahm Wilhelm Spitz die Aufgaben des Berufsdienstes (2000/2001). 


Sehr bemerkenswert waren seine großzügigen Spenden für unseren Club, die Lebenshilfe, die Foundation und den Gemeinnützigen Verein während seiner Mitgliedschaft.


Im Jahr 2009 wurde unser Freund aufgrund seiner Verdienste als Paul Harris Fellow ausgezeichnet.


Im Rahmen der Vorbereitung der 80-Jahr-Feier des RC Wiesbaden beteiligte sich Wilhelm Spitz nicht nur im Jubiläumsausschuss, sondern maßgeblich persönlich wie materiell auch an der Sanierung unseres Jubiläumprojektes, dem Pavillon an den Dietenmühle.


Dass Wilhelm Spitz das Amt des Präsidenten des Rotary Club Wiesbaden angetragen wurde, war nur folgerichtig. Er selbst empfand dies weniger als Pflicht, sondern mehr als Ehre. Daher hat er sein Amt auch konsequent mit Bewusstheit und tiefgründig geplant. Eine Woche vor Amtsantritt musste er dann von seiner schweren Erkrankung erfahren. Dies hinderte ihn nicht daran, sein Amt bis an sein Lebensende aufrecht, gewissenhaft und mit kaum nachvollziehbarer Energie zu erfüllen.


Wir haben in Wilhelm Spitz einen kraftvollen, aufrechten und herzlichen Menschen voller sozialer Verantwortung verloren, der bei all seinen Leistungen und Verdiensten immer zurückhaltend und bescheiden geblieben ist. Wir können stolz auf einen solchen rotarischen Freund sein.


Er wird uns ein Vorbild bleiben und in unseren Herzen weiterleben.

Magnus Volk


Mittwoch, 19. Oktober 2011/web767
Letzte Änderung: 19.10.11/web767


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